Meldungen

Der Deutsche Verband für Kunstgeschichte trauert um Peter Deubner

15.12.2025

Wir trauern um den Stifter des Deubner-Preises Dr. Peter Deubner, der am 2. Dezember im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Ein Nachruf.

Dr. Peter Deubner – langjährig erfolgreicher Verleger – feierte zu Jahresbeginn das 25jährige Bestehen seiner Stiftung. Er konnte auf ein Vierteljahrhundert sowohl archäologischer und kunsthistorischer Förderung als auch gelungener gemeinnütziger Projekte, vor allem im Bereich der Unterstützung Obdachloser zurückblicken.

Zusammen mit seiner Ehefrau, der Kunsthistorikerin Nele Deubner, hatte er zunächst das Publikationsvorhaben Kunsthistorische Arbeitsblätter (2000–2006) ins Leben gerufen, ein damals wahrhaft ‚avantgardistisches‘ Unterfangen: Nicht nur wurde das im juristischen Bereich seines Verlages geprägte ‚Prinzip Arbeitsblätter‘, um den vielfältigen umfangreichen Stoff einer breiten Kunstgeschichte über die Sparten, Zugriffe, Kulturen/Länder und Perioden hinweg kreativ aufzuteilen, ins Kunst- und Kulturhistorische übertragen, sondern auch ein neuartiger Vermittlungsstil geprägt, der komplexe Sachverhalte zwar auf hohem Niveau, aber allgemeinverständlich erläutert. Hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen konnten dafür gewonnen werden; die dafür erforderliche Rekrutierungs- und Redaktionsarbeit war zwar intensiv, wurde aber mit dem positiven Echo der Blätter von Jahr zu Jahr leichter. Die Kunsthistorischen Arbeitsblätter markierten einen inzwischen historischen Moment der Ideen-und Fachgeschichte.

Zugleich wurde auch immer nach gemeinnützigen Fördermöglichkeiten gesucht: 2005 wurde (zusammen mit der Diakonie Köln) das Kölner Obdachlosen-Frühstück begründet und organisiert, bald darauf zur Resozialisierung in Bedrängnis geratener Menschen in einem Haus in Köln-Dünnwald das Dach für Obdachlose. Diese Vorhaben unterstützen nicht nur Menschen in Not, sondern fördern auch einen respektvollen Umgang mit solchen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Dieser Aspekt des respekt- und würdevollen Umgangs miteinander gehört zu den markantesten Zügen von Peter Deubners philanthropischem Engagement. Bei der Unterstützung der Obdachlosen wird stets neben der physischen stets auch die geistige Nahrung (Musik, Ausstellungen) bedacht.

Auf der Suche nach weiteren Fördermöglichkeiten wurde, zunächst als Aufsatzpreis für aktuelle kunsthistorische Forschung, der Deubner-Preis geschaffen, der alle zwei Jahre jeweils auf dem Deutschen Kongress für Kunstgeschichte verliehen wird. Anlässlich des 26. Deutschen Kunsthistorikertages in Hamburg 2001 wurden erstmals drei Arbeiten prämiert. Als sich infolge der digitalen Medienrevolution die Publikationskultur des Aufsatzschreibens wandelte, wurden Promotionen prämiert und bald darauf der Projektpreis begründet. So wurde der Nachwuchsgeneration erneut ein Angebot gemacht, eigene Beiträge zu der sich wandelnden Kultur der Wissens- und Wissenschaftsvermittlung zu liefern. Wie die Kunsthistorischen Arbeitsblätter hat auch dieser Preis das Ziel, die Wirksamkeit von Kunstgeschichte und ‑wissenschaft in der Öffentlichkeit zu fördern. 2010 gab die Deubner-Stiftung den Preis in die Obhut des Verbandes. Die Ausschreibung, Auswahl und Prämierung durch den Verband hat Peter Deubner stets mit großer Begeisterung verfolgt. Seit 2001 konnten insgesamt sechzehn Aufsatzpreise, zehn Dissertationspreise und sechs Projektpreise verliehen werden.

Überdies konnte man Peter Deubner immer ansprechen, wenn ein wissenschaftliches oder künstlerisches Projekt in Nöte geriet und Unterstützung benötigte. Seine eigenen archäologischen Interessen und auch Publikationen schmälerten nicht seine Aufmerksamkeit für alle Veränderungen und Neuerungen, sowohl in der wissenschaftlichen als auch in den allgemeinen Kunst- und Kulturlandschaften; dies spiegelten auch die Themen und der Charakter der eingereichten Promotionen und Projekte.

Peter Deubner, unterstützt von seiner Ehefrau und seiner Familie, war nicht nur ein Philanthrop durch und durch, sondern auch eine gewinnende Persönlichkeit, stets zugewandt den Menschen seiner Zeit nebst deren Nöten und Bedürfnissen. Seine intellektuelle Neugier, seine tiefe Menschlichkeit und Großzügigkeit, die unsere Arbeit begleitete und beflügelte, fehlt uns nun.

Anne-Marie Bonnet
im Namen des Deutschen Verbandes für Kunstgeschichte

Peter Deubner (re.) im Gespräch mit unserer Ersten Vorsitzenden Kerstin Thomas im Februar 2025 bei der 25-Jahr-Feier der Deubner-Stiftung. Foto: Businessfotos Köln