Kurzporträt: Forum Kunst des Mittelalters
18.06.2026
In lockerer Reihe geben wir den Netzwerken unseres Faches die Gelegenheit, ihre Strukturen, Ziele und aktuellen Fragestellungen zu präsentieren.
Welche Ausrichtung hat das Forum?
Das Forum Kunst des Mittelalters wurde vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft e.V. initiiert, der seit seiner Gründung 1908 Forschungen zu allen Epochen der Kunst im deutschsprachigen Raum fördert. Seit 2011 veranstaltet er im Zweijahresrhythmus den internationalen Kongress „Forum Kunst des Mittelalters“ an wechselnden Orten und mit unterschiedlichen Gastgebern. Die Tagung hat sich als wichtigste Plattform für den Austausch zwischen den verschiedenen Disziplinen der mediävistischen Kunstgeschichte auf dem europäischen Festland etabliert. Über vier Tage hinweg bietet sie Vorträge, bis zu drei parallele Sektionen sowie Exkursionen.
Das besondere Engagement des Vereins für die Erforschung mittelalterlicher Kunst zeigt sich zudem in zahlreichen Publikationen, der Mitbegründung des Corpus Vitrearum sowie dem seit 2020 erscheinenden MittelalterNewsletter.
Wie setzt es sich derzeit zusammen?
Neben den jeweiligen Kooperationspartnern (aus Universitäten oder Museen) sowie den Kultur- und Forschungsinstitutionen aus der Umgebung begleitet ein wissenschaftlicher Beirat die Organisation. Ansprechpartner ist der Deutsche Verein für Kunstwissenschaft.
Wer kann mitmachen und wie?
Das Forum wendet sich an ein größeres deutsches und internationales Publikum und an alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich – auch interdisziplinär – mit Fragen der mittelalterlichen Kunst beschäftigen. Im jeweiligen Vorjahr des Forums lädt ein Call for Sessions zur Bewerbung auf die bis zu 20 Sektionen ein. Nach dem Auswahlverfahren folgt zu den Sektionen ein Call for Papers, aus dem die Vorträge hervorgehen.
Welche Themen sind aktuell von Bedeutung?
Jedes Forum hat ein Oberthema, das jeweils forschungsrelevante Themen aufgreift in Anlehnung an aktuelle und zugleich regional orientierte Forschungs- und Denkmälerschwerpunkte. Der Kongress 2026 in Bochum und Dortmund widmet sich dem Thema „Arbeit / Work“.
Welche zukünftigen Projekte möchte das Forum verfolgen?
Angesichts der (meist lateinischen) Quellenlage, der multidisziplinären Herausforderungen und der aktuellen Forschungstendenzen (etwa: verfügbare Analysemethoden, digitale Erschließungen) bilden sich in der mediävistischen Forschung Tendenzen aus, die das Spezialistentum von Einzelnen zunehmend in eine interfachliche Verflechtung und Vernetzung überführen. Das Format, Interessierten eine kontinuierliche Möglichkeit des freien Gedankenaustauschs zu bieten, hat sich als ideale Plattform zum engagierten Austausch etabliert.
Zudem zeigt sich, dass die Kunstgeschichte in den letzten Jahrzehnten verstärkt die Kunst des 20. Jahrhunderts erforscht, unter schwindender Berücksichtigung des „Mittelalters“, sodass diese Lücke hier aufgefangen werden soll.

Mitmachen erwünscht!
Reinschnuppern? Für Studierende und Volontäre/Volontärinnen gibt es großzügige Ermäßigungen auf die Kongressgebühren.