Baubeschreibung
Die äußere Erscheinung der Halle beruht sowohl auf funktionalen Voraussetzungen als auch auf topografischen Gegebenheiten. Es handelt sich um einen langgestreckten, in den Hang eingepasster Bau. Auffällig ist die Staffelung der Gebäudeteile, die sich durch die unterschiedliche Geschossigkeit der einzelnen Funktionseinheiten und durch Höhenversprünge im Gelände ergeben. Errichtet wurde der Bau aus Ortbeton, das Flachdach wird in verschiedenen Bereichen entweder von einer Binderkonstruktion aus Holzleimbindern oder Stahlfachwerkbindern getragen, wobei die Konstruktion zu großen Teilen offen zutage tritt. Der eigenwillige dreieckige Dachabschluss umhüllt die Binderkonstruktion.
Die vorherrschende Fassadenfarbe ist das Hellgrün der Kunststoffhaut auf den Aluminiumpaneelen, es finden sich aber auch dunklere Grüntöne, großflächige Glasflächen und braune Holzelemente an der Fassade.
Im Inneren dominiert durch die an der Decke offen sichtbaren Holzleimbinder ein Braunton, welcher mit orangefarbenen Akzenten kombiniert und fortgeführt wird. Die Ausstattung der Stadthalle ist weitestgehend erhalten: Wand- und Bodenbeläge, Bestuhlung, Beleuchtung, Türen, Garderobentische- und Ständer sind original aus der Erbauungszeit.
An der westlichen Stirnseite des Gebäudes befinden sich zwei der ursprünglich drei mit Aluminium verkleideten Schornsteine. Diese können als Reminiszenz an den ehemaligen Fabrikstandort gelesen werden, denn auf dem Gelände befanden sich zuvor die Fabrik Boniver und der Milchhof.
Die Gesamtplanungen umfassten auch den Außenraum. Pflasterklinker, ziegelsichtige Mauern und Elemente wie Pflanzbeete, Rondelle oder Sitznischen führen das Design des öffentlichen Gebäudes in die Landschaft fort und tragen zur Aufenthaltsqualität bei. Als gebaute Stadtskulptur vermittelt die Halle mit ihrer eigensinnigen Fassadenausformung und den großflächigen Fensterflächen gekonnt zwischen innen und außen.
„In seiner zeittypischen, ortsspezifischen und ausdrucksstarken Architektur steht der Bau souverän individualistisch für Eigenwilligkeit und im Entwurf couragiert für die Experimentierfreude seiner Zeit und ist ein einzigartiges, bedeutenden und erhaltenswertes Werk der Architekturgeschichte“ (Janßen-Schnabel 2018, S. 30).