Rote Liste – ein Denkmalgewissen für Deutschland

Die Belange von Denkmalschutz und Denkmalpflege spielen im Deutschen Verband für Kunstgeschichte e.V. traditionell eine wichtige Rolle.

Mit der Roten Liste will der Vorstand dazu beitragen, auf Gefährdungen aller Art aufmerksam zu machen. Indem wir ausgewählte Beispiele von bedrohten Denkmälern vorstellen, wollen wir das Verständnis für die Objekte schärfen und Lösungswege aufzeigen. Wir sind überzeugt, dass in diesen Fällen zugunsten des Denkmals entschieden werden könnte. In Kurzporträts wollen wir die Objekte und ihre Werte darstellen, die oft verwickelten Situationen entflechten und Alternativen andenken. Kunsthistorische Expertise ist dabei ein wichtiger Baustein – zugleich oft von politischer Realität überholt und von Faktoren überwogen, die weit außerhalb eines kunsthistorischen Zugriffs liegen. Wo gegen die offensichtlich dokumentierten historischen Werte und die Potenziale entschieden wird, geben wir den Objekten eine Stimme und mahnen als Denkmalgewissen.

Das Denkmalgewissen profitiert von Facettenreichtum und Vielstimmigkeit, damit Denkmäler eine starke Lobby haben!

Mitglieder, Freundinnen und Freunde des Verbandes sind aufgerufen, der Redaktion weitere Beispiele zu nennen.

denkmal Leipzig 2022

2022 ist der Verband im Fachprogramm der denkmal in Leipzig mit zwei Veranstaltungen vertreten.

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Neueste Fälle

Brüder-Grimm-Platz in Kassel

Seit über 200 Jahren besteht der Brüder-Grimm-Platz als Bindeglied zwischen der Kasseler Innenstadt und dem Bergpark Wilhelmshöhe. Heute präsentiert er sich außerdem als herausragendes Beispiel für einen grünen Stadtplatz der Nachkriegsmoderne. Die geplante Neugestaltung bedroht nun dieses historische Erbe.

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Barockgarten Großsedlitz

Der Barockgarten Großsedlitz, auch das Sächsische Versailles genannt, gilt als einer der authentischsten Barockgärten Deutschlands. Doch nun wird dieses Gesamtkunstwerk bedroht – der sogenannte „Technologiepark Feistenberg“ mit Industriegebäuden soll in naher Entfernung des Parks erbaut werden.

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Schwadorfer Burg (Schallenburg)

Aufgrund des Klimawandels werden Extremwettereignisse weiter zunehmen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern auch unsere Kulturdenkmale sind von dieser Bedrohung betroffen, wie dieses Objekt stellvertretend für viele weitere Bauten und Baudenkmäler aufzeigt.

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Deutsche Oper am Rhein

Die traditionsreiche Deutsche Oper am Rhein residiert heute in einem Wiederaufbau der frühen 1950er Jahre. Obwohl dieser seit 1994 unter Denkmalschutz steht, wird nun im Zuge des dringenden Sanierungs- und Erweiterungsbedarfs unter anderem auch die Möglichkeit eines völligen Abrisses des Hauses in Betracht gezogen.

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